02375 63 98 780

Mo.-Fr. 0-24 Uhr

02375 63 98 780

Mo.-Fr. 0-24 Uhr

Heizlastberechnung und hydraulischer Abgleich

Kurz und knapp

Der Zusammenhang des hydraulischen Abgleiches und der Heizlastberechnung

Es ist kein Geheimnis, dass eine effiziente Heizungsanlage erheblich zur Energieeinsparung und zum Komfort in einem Gebäude beiträgt. Um dies zu erreichen, ist eine Kombination verschiedener Berechnungen und Maßnahmen erforderlich, darunter die Heizlastberechnung und der hydraulische Abgleich. Doch wie hängen diese beiden Konzepte zusammen und warum sind sie so wichtig für eine effiziente Heizung?

Heizlastberechnung und hydraulischer Abgleich Symbolbild

Was ist die Heizlastberechnung?

Die Heizlastberechnung ist eine Methode zur Bestimmung des Wärmebedarfs eines Gebäudes bzw. jedes einzelnen Raumes im Gebäude. Sie berücksichtigt verschiedene Faktoren wie die Gebäudestruktur, die Qualität der Isolierung, die Anzahl und Art der Fenster, die Exposition gegenüber der Sonne und viele andere Aspekte. Das Ergebnis dieser Berechnung gibt an, wie viel Wärme benötigt wird, um die gewünschte Innentemperatur bei den kältesten zu erwartenden Außenbedingungen zu halten.

Heizlastberechnung und hydraulischer Abgleich Berechnung

Was ist der Hydraulische Abgleich?

Der hydraulische Abgleich ist ein Verfahren, bei dem sichergestellt wird, dass das Wasser in einem Heizsystem mit der richtigen Menge und Geschwindigkeit durch jeden Heizkörper oder jede Fußbodenheizungsschleife fließt. Dies stellt sicher, dass jeder Raum die richtige Menge an Wärme erhält und verhindert Probleme wie Überhitzen, Unterhitzen und ungleichmäßige Wärmeverteilung. Der hydraulische Abgleich kann nach zwei Verfahren berechnet werden: Verfahren A und Verfahren B.

Heizlastberechnung und hydraulischer Abgleich

Verfahren A

Das Verfahren A im hydraulischen Abgleich, oft als vereinfachtes Verfahren bezeichnet, bietet eine Grundlage für den hydraulischen Abgleich in kleineren Heizungssystemen oder in Systemen, bei denen eine detaillierte Analyse (wie im Verfahren B) nicht praktikabel ist. Es wird insbesondere in älteren Gebäuden und bei bestehenden Anlagen häufig angewendet, wenn keine detaillierten Planungsunterlagen oder baulichen Informationen vorliegen.

Verfahren A – Schritte und Überblick

  1. Grundlegende Datenerhebung
    Zu Beginn werden Basisinformationen gesammelt. Dazu gehören:

    • Größe und Art der Heizkörper (z.B. Plattenheizkörper, Röhrenheizkörper)
    • Vorhandene Thermostatventile und deren Voreinstellungen
    • Eventuell Daten von vorausgehenden Heizlastberechnungen
  1. Ermittlung des Volumenstroms pro Heizkörper
    Der Volumenstrom, der durch einen Heizkörper fließen muss, wird oft anhand von pauschalen Werten oder aus Tabellen ermittelt, die auf typischen Raumgrößen und Heizkörperarten basieren.
  2. Voreinstellung der Thermostatventile
    Mit den ermittelten Daten werden die Thermostatventile so vor eingestellt, dass der gewünschte Volumenstrom durch den jeweiligen Heizkörper fließen kann.
  3. Grober Abgleich der Pumpenleistung
    Die Umwälzpumpe wird so eingestellt, dass sie den ermittelten Gesamtvolumenstrom liefern kann. Da das Verfahren A vereinfacht ist, wird die Pumpeneinstellung oft pauschal oder basierend auf der Erfahrung des Fachmanns vorgenommen.
  4. Überprüfung und Feineinstellung
    Nachdem die grundlegenden Einstellungen vorgenommen wurden, wird das System in Betrieb genommen. Bei Bedarf können dann nachträgliche Anpassungen vorgenommen werden, basierend auf Beobachtungen und Nutzerfeedback.

Vorteile des Verfahrens A

  • Schnelligkeit und Einfachheit
    Dieses Verfahren erfordert weniger detaillierte Daten und kann daher schneller umgesetzt werden.
  • Kosteneffizienz
    Für viele ältere oder kleinere Systeme ist Verfahren A ausreichend, um eine akzeptable Wärmeverteilung zu erreichen.

Nachteile des Verfahrens A

  • Weniger Genauigkeit
    Im Vergleich zum Verfahren B bietet Verfahren A eine weniger präzise Einstellung, was in einigen Fällen zu ineffizientem Betrieb oder Komfortproblemen führen kann.
  • Möglicherweise nicht optimal
    In komplexen oder größeren Systemen oder bei speziellen Anforderungen kann das Verfahren A nicht ausreichen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Zusammenfassung

Das Verfahren A im hydraulischen Abgleich ist ein vereinfachter Ansatz, um die Wasserzirkulation in einem Heizsystem zu optimieren. Es basiert auf pauschalen Annahmen und grundlegenden Daten und eignet sich besonders für kleinere oder ältere Heizungssysteme. Während es eine schnellere und oft kostengünstigere Option darstellt, bietet es nicht die Präzision und den Detailgrad des Verfahrens B. Dieses Verfahren ist im Bereich der Förderungen nicht ausreichend und nicht zugelassen. Hier ist zwingend das Verfahren B durchzuführen.

Verfahren B

Das Verfahren B im hydraulischen Abgleich ist eine genauere Methode im Vergleich zum vereinfachten Verfahren A. Es zielt darauf ab, eine optimale Wärmeverteilung in Heizungsanlagen sicherzustellen. Der Abgleich erfolgt hierbei heizkörperweise und berücksichtigt dabei detailliert die individuellen Bedingungen jedes Heizkörpers.

Verfahren B – Schritte und Überblick

  1. Erfassung der Daten
    • Raumgrößen und Raumvolumen
    • Art und Größe der Heizkörper
    • Vorhandene Thermostatventile
    • Anzahl und Größe der Fenster sowie deren Ausrichtung
    • Dämmqualität des Gebäudes
    • Gewünschte Raumtemperatur
  2. Heizlastberechnung
    Für jeden Raum wird die Heizlast individuell berechnet. Dies erfolgt meist auf Basis der DIN EN 12831, die für die Ermittlung der Heizlast in Gebäuden genutzt wird. Hierbei werden unter anderem die Wärmedurchgangsverluste über die Gebäudehülle und die Wärmezufuhr durch interne oder externe Wärmequellen berücksichtigt.
  3. Bestimmung des Volumenstroms
    Auf Basis der ermittelten Heizlast wird der benötigte Volumenstrom für jeden Heizkörper bestimmt. Dieser Volumenstrom gibt an, wie viel Wasser pro Zeiteinheit durch den Heizkörper fließen muss, um die benötigte Wärme abzugeben.
  4. Einstellung der Thermostatventile
    Mithilfe der ermittelten Daten wird der Voreinstellwert jedes Thermostatventils festgelegt. Dieser Wert stellt sicher, dass der zuvor bestimmte Volumenstrom durch den Heizkörper fließen kann.
  5. Abgleich der Pumpenleistung
    Je nach Bedarf kann die Umwälzpumpe der Heizungsanlage eingestellt werden, sodass sie die erforderliche Wassermenge für das gesamte System liefert.
  6. Kontrolle
    Nachdem alle Einstellungen vorgenommen wurden, sollte das System in Betrieb genommen und kontrolliert werden. Hierbei wird überprüft, ob alle Räume die gewünschte Temperatur erreichen und ob die Fließgeräusche im akzeptablen Bereich liegen.

Vorteile des Verfahrens B

  • Höhere Genauigkeit
    Da die Bedingungen jedes einzelnen Heizkörpers berücksichtigt werden, können Unregelmäßigkeiten und individuelle Besonderheiten besser ausgeglichen werden.
  • Bessere Energieeffizienz
    Ein genaues abgeglichenes System sorgt für einen geringeren Energieverbrauch und somit für niedrigere Heizkosten.
  • Erhöhter Komfort
    Die Raumtemperaturen sind gleichmäßiger, und es entstehen weniger störende Fließgeräusche in den Leitungen.

Zusammenfassung

Das Verfahren B im hydraulischen Abgleich ist eine umfassende Methode zur Einstellung von Heizungsanlagen. Es berücksichtigt individuelle Bedingungen jedes Heizkörpers und sorgt so für eine optimale Wärmeverteilung im gesamten Gebäude.

Dieses Verfahren ist im Bereich der Förderungen nach BEG für Einzelmaßnahmen und Effizienzhäuser verpflichtend.

Der Zusammenhang

Der Hauptzusammenhang zwischen der Heizlastberechnung und dem hydraulischen Abgleich liegt nicht nur in der Effizienz. Nur wenn Sie die Raumweise Heizlastberechnung durchgeführt haben und die Anforderungen jedes Zimmers kennen, können Sie sicherstellen, dass die Heizungsanlage richtig dimensioniert ist und nicht mehr Energie verbraucht, als tatsächlich benötigt wird. Gleichzeitig garantiert ein korrekt durchgeführter hydraulischer Abgleich, dass diese Energie optimal verteilt wird.

Ohne eine genaue Heizlastberechnung könnten Sie in eine Situation geraten, in der Ihre Heizungsanlage entweder überdimensioniert oder unterdimensioniert ist. Eine überdimensionierte Anlage verbraucht unnötig viel Energie, während eine unterdimensionierte Anlage möglicherweise nicht in der Lage ist, die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen.

Ein hydraulischer Abgleich ohne vorherige Heizlastberechnung wäre wie der Versuch, ein Puzzle ohne Vorlage zusammenzusetzen. Sie könnten vielleicht einige Teile richtig zusammenfügen, aber das Gesamtbild wäre nicht korrekt. Das bedeutet, dass einige Räume zu warm und andere zu kalt sein könnten, was sowohl zu einem ineffizienten Energieverbrauch als auch zu einem unkomfortablen Wohnklima führt.

Warum sind Beide so wichtig?

Die Energieeffizienz wird immer wichtiger, sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus ökologischen Gründen. Durch den Einsatz von Heizlastberechnung und hydraulischem Abgleich können Hausbesitzer und Bauherren sicherstellen, dass ihre Heizungsanlagen so effizient wie möglich arbeiten. Dies spart nicht nur Geld, sondern reduziert auch den CO2-Ausstoß und hilft, die Umweltbelastung zu verringern.

Zusätzlich zum Umweltaspekt gibt es auch den Komfortaspekt. Ein Haus, in dem jeder Raum die richtige Temperatur hat, ist deutlich angenehmer zu bewohnen. Es verhindert Probleme wie kalte Füße im Winter oder überhitzte Räume im Sommer.

Heizlastberechnung und hydraulischer Abgleich

Fazit

Die Heizlastberechnung und der hydraulische Abgleich sind zwei essenzielle Verfahren zur Gewährleistung der Effizienz und des Komforts von Heizungsanlagen. Während die Heizlastberechnung den Wärmebedarf eines Gebäudes bestimmt, sorgt der hydraulische Abgleich für die richtige Verteilung dieser Wärme. Zusammen gewährleisten sie, dass eine Heizungsanlage weder zu viel noch zu wenig Energie verbraucht und dass jeder Raum genau die richtige Menge an Wärme erhält. Um den hydraulischen Abgleich sachgerecht und gem. der Förderrichtlinien nach BEG durchzuführen, ist die raumweise Heizlastberechnung zwingend notwendig.

Häufig gestellte Fragen

Vom BAFA nicht – ein Gebäude muss mindestens 5 Jahre alt sein, damit es förderfähig ist.

Weitere Informationen finden Sie direkt bei der KFW.

Begonnene und beauftragte Maßnahmen sind nicht förderfähig.

 

Hier finden Sie eine Übersicht alle Fördermöglichkeiten mit den entsprechenden prozentualen Fördersummen:

Förderübersicht

Mehr von uns

Wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat, lesen Sie gerne weitere informative Beiträge finden aus unserer Redaktion oder nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf.